An die Teilnehmer/innen der 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen, 30.10.-08.11.2013, Busan/Südkorea

Acht praktische Schritte auf dem Weg zum Frieden. Jede Kirchengemeinde kann diese Schritte gehen.

(1) Immer wieder werden kirchliche und diakonische Projekte von Rüstungsfirmen gesponsert. Dieses Geld macht abhängig von den Firmen, die wir auf zivile Produktion umstellen wollen. Es ist Zeit, das zu beenden.

(2) In vielen Ländern gibt es Militärmusik in Kirchen.* Es ist Zeit, das zu beenden

(3) Auf je 300 Mitglieder einer Kirchengemeinde sollte ein ehrenamtlicher Streitschlichter ausgewählt und ausgebildet werden.

(4) In jeder Gruppe einer Kirchengemeinde (Chor, Jugendgruppe, Seniorenkreis etc) soll mindestens einmal im Jahr eine Veranstaltung zum Thema Gewalt und Gewaltfreiheit stattfinden.

(5) Wenn sich im Bereich der Kirchengemeinde eine Rüstungsfirma befindet, dann soll die Kirchengemeinde den Namen dieser Firma veröffentlichen, und auch welche Waffen (Waffenteile) dort hergestellt werden, und in welche Länder sie geliefert werden, und welche Folgen dies für die dortige Bevölkerung hat.

(6) Militärpfarrer auf der ganzen Welt werden vom Militär bezahlt. Sie haben ihre Büros in der Kaserne. Sie tragen militärische Kleidung. Sie fahren militärische Fahrzeuge. Sie begleiten die Soldaten an der Front. Die Kirche unterstützt und stabilisiert auf diese Weise das Militär und den Krieg. Es ist Zeit, das zu beenden.

(7) Bei manchen Veranstaltungen der Kirche wird Werbung für das Militär gemacht ** oder es gibt sogar Rekrutierungsversuche in kirchlichen Jugendgruppen. Es ist Zeit, das zu beenden.

(8) Es gibt immer noch kirchliche Bekenntnisse, die den Krieg rechtfertigen. Zum Beispiel das Augsburger Bekenntnis (1530), Artikel 16. Es sagt, dass Christen rechtmäßig Kriege führen und an Kriegen teilnehmen dürfen. Es ist Zeit, solche Bekenntnisse zu ändern.

Begründung: Jesus Christus hat uns befreit, seine Kinder zu sein. Er hat Gewaltfreiheit gelebt und gelehrt. Schon jetzt dürfen wir in seinem Geiste leben. Dazu passen gewaltfreie Methoden. Dazu passt nicht, dass die Kirche das Militär unterstützt.
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* Zum Beispiel die Adventskonzerte des Heeresmusikkorps 10 am 06.12.2013 in der Klosterkirche Beuron und am 12.12.2013 in der evangelischen Pauluskirche in Ulm.
** Zum Beispiel hatte die Militärseelsorge, die ein fester Bestandteil des Militärs ist, auf dem Kirchentag 2013 in Hamburg vier Stände.
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English Translation:

To the participants of the 10th Assembly of the World Council of Churches, 30.10.-08.11.2013, Busan / South Korea.

Eight practical steps on the path to peace. Every parish can do it!

(1) Time and again, church and Christian social programs are sponsored by defense companies. This money causes dependency on an industry we are trying to reform. It's time to end this!

(2) In many countries, there are concerts of military music in churches.* It's time to end this!

(3) For every 300 church members, one volunteer mediator should be appointed and trained to deal with conflicts and violence.

(4) In each group of a parish (choir, youth group, seniors group etc), annual events should be arranged regarding the issues of violence and violence awareness.

(5) If there is an arms manufacture in the area of a church community, the parish should publish the name of this company and what it produces. Information should be distributed about where the weapons involved have been delivered and used, and what impact those weapons had on local population abroad.

(6) Military chaplains around the world are paid by the military. They have their offices in barracks. They wear military clothings. They drive military vehicles. They accompany the soldiers at the front. Thus the Churches supports and stabilizes the military and supported war. It is time to end this!

(7) On some events of the church there is military advertising** or even recruiting. It's time to end this!

(8) There are still ecclesial confessions that justify wars, for example the Augsburg Confession of 1530, Article 16, which proclaims that a Christian can lead and participate in wars. It's time to change such confessions!

Reason: Jesus Christ has freed us to be his children. He has lived and taught nonviolence. Even now we may live in his spirit. This corresponds to nonviolent methods. Therefore, the church should not support the military.
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* For example Concerts of the “Heeresmusikkorps 10” in December 6th 2013 Monastery Church in Beuron/Germany and December 12th 2013 protestant Paul-Church (Pauluskirche) in Ulm/Germany.

** For example at the church day (Kirchentag) in Hamburg/Germany in 2013 the military chaplaincy, which is an integral part of the military, had four stalls.
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