14.05.2018 17:37

IMI-Studie 2018/05 | Mit kirchlichem Segen in den Krieg? Die Militärseelsorge in der Bundeswehr | von Victoria Kropp

IMI-Studie 2018/05 | Mit kirchlichem Segen in den Krieg? Die Militärseelsorge in der Bundeswehr | von Victoria Kropp | Veröffentlicht am 14. Mai 2018 | download

Inhaltsverzeichnis:
Einleitung  – 1
Wie die Kirche in das Militär kam  – 2
Geschichte der Militärseelsorge  – 3
Rechtliche Grundlagen  – 5
Aufgaben der Militärseelsorger*innen  – 7
Öffentlichkeitsarbeit und Kosten  – 7
Kritische Betrachtung der Argumente
für Militärseelsorge  – 8
Seelsorge für andere Glaubensrichtungen   – 10
Forderungen der Kritiker*innen   – 11
Schlussfolgerungen   – 11
Kleine Zitatsammlung   – 12
Anmerkungen   – 15

Militär und Kirche. Soldat*in und Christ*in. Liturgisches Gewand und Feldanzug. Diese Begriffspaare scheinen auf den ersten Blick nicht zusammenzupassen, sind aber Realität in Deutschland und bündeln sich in der Militärseelsorge. Der Begriff ‚Seelsorge‘ bezeichnet die geistliche Unterstützung eines Menschen und dient als Hilfestellung in wichtigen Lebensfragen oder besonderen Lebensumständen. Zusammen mit dem Präfix (Vorsilbe) ‚Militär-‘ wird eine enge Verbindung zwischen kirchlichem Auftrag und militärischem Handeln geschaffen. Die Militärgeistlichen (momentan nur Angehörige der evangelischen und katholischen Kirche) haben offenen Zugang zu Kasernen und anderen Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr und nehmen am Alltag der Soldat*innen teil, um ihnen in ihrer besonderen Lebenssituation zur Seite stehen zu können und als Begleiter*in und Gesprächspartner*in fungieren zu können – und das, gesetzlich geregelt, seit mittlerweile über 60 Jahren. Die Kosten dafür teilen sich Staat und Kirche. Eine enge Verzahnung zwischen Staat und Kirche findet hier statt und der/die Militärgeistliche wird zu einem Rad im Getriebe des militärischen Apparates in Deutschland – der Bundeswehr. Aber warum kommen nur Soldat*innen in den Genuss eines/r quasi omnipräsenten Geistlichen? Welche Rechtfertigungen gibt es für diese enge Verzahnung? Wie können die Aussagen der Bibel zur Gewaltfreiheit (siehe u.a. Bergpredigt und das Gebot ‚Du sollst nicht töten‘) mit dem Soldatentum in Einklang gebracht werden? Welche Probleme und Forderungen von Militärseelsorge-Gegner*innen werden den Argumenten dafür entgegengesetzt? Um diese Fragen wird es in dieser IMI-Studie gehen.
Zunächst wird kurz auf das generelle Verhältnis zwischen Staat und Kirche im europäischen Kontext eingegangen. Ein kurzer geschichtlicher Überblick von der Antike über die konstantinische Wende bis heute spannt einen Bogen, um anschließend auf die heutige Militärseelsorge in der Bundeswehr einzugehen. Im Anschluss wird es eine kritische Überprüfung der Argumente für Militärseelsorge geben. Dazu soll eine kleine Zitatsammlung die Argumente der Militärseelsorgebefürworter*innen offen darlegen. Am Ende werden Forderungen der Militärseelsorgekritiker*innen angeführt.

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