Militärgottesdienst auf dem evang. Kirchentag in Stuttgart am 4.6.2015: So unterstützt die Kirche das Militär und den Krieg.

Stuttgart-Mitte, St. Eberhard, Königsstraße 7, Donnerstag 4.6.2015 (Fronleichnam, der zweite Abend des Kirchentages) um 16 Uhr.

Militärgottesdienst mit Militärbischof Sigurd Rink, dem Heeresmusikkorps 10 aus Ulm, militärischer Prominenz und einigen Feldjägern, die den Gottesdienst gesichert haben.

Gegen diesen Missbrauch eines Gotteshauses haben wir mit etwa 25 Personen ab 15 Uhr vor der Kirche protestiert.

Teilgenommen haben Mitglieder der DFG-VK, der Anstifter, der Linken und sonstige Bürger/innen.

Militärdekan Dr. Walter Linkmann (EKA Berlin) hat aus einer Distanz von etwa 20 Metern Fotos von unserem Protest gemacht.

4.6.2015 DEKT Protest gegen Militärgottesdienst in St. Eberhard, Königsstraße 7, 70173 Stuttgart

Die DFG-VK auf dem auf dem Kirchentag 2015 in Stuttgart, "Markt der Möglichkeiten" Zelthalle 8 Stand E14

Fotogalerie: 2015 Kirchentag Stuttgart Plakate

Die Zusammenarbeit mit dem Militär beenden,
damit wir klug werden (Psalm 90,12) ...

(1.) z.B. Militärkonzerte in Kirchen beenden!
Bisher gibt es pro Jahr etwa 70 Militärmusik-konzerte in evangelischen und katholischen  Kirchen in Deutschland, darunter etwa 50 Militär-Advent-Konzerte. www.musiker-gegen-militaermusik.de

(2.) z.B. die Militärseelsorge, die vom Militär bezahlt und organisiert wird, ersetzen  durch eine von der Kirche bezahlte und organisierte Soldatenseelsorge! Es gibt in Deutschland etwa 200 MilitärpfarrerInnen. Diese haben ihre Büros in Kasernen, benutzen Fahrzeuge der Bundeswehr, tragen im Ausland militärische Kleidung, sind Militärbeamte auf Zeit, werden vom Militär bezahlt ... und vor allem: Sie rechtfertigen Auslandseinsätze. www.militaerseelsorge-abschaffen.de

(3.) z.B. könnten die Kirchen ihren Mitgliedern empfehlen, nicht bei Rüstungsfirmen und nicht beim Militär zu arbeiten! Diese Empfehlung gibt es von Seiten der großen Kirchen bisher nicht! www.dfg-vk.de

(4.) z.B. könnten die Kirchen ihre Bekenntnisschriften und Lehrtraditionen überprüfen! Noch immer gibt es Bekenntnisse (z.B. CA 16) und Lehrmeinungen (z.B. Zwei-Schwerter-Lehre), die es Christen erlauben, Kriege zu führen. Auch die „Friedensdenkschrift“ von 2007 erlaubt es noch, Krieg zu führen. Vorschlag: Eine neue Friedensdenkschrift!

(5.) d.h. ganz auf gewaltfreie Maßnahmen setzen!
--FriedensarbeiterInnen ausbilden, in Solidarität mit gefährdeten Völkern zu arbeiten
--Feindbildern entgegentreten, Freundbilder entwickeln
--Sich an der Heilung von Wunden aus vergangenen Konflikten beteiligen
--Einrichtung eines Konflikt-Frühwarnsystems der Kirchen
--Protest gegen Waffenhandel
--Partnerschaften von Kirchengemeinden, als Vorreiter für --Städtepartnerschaften
--Flüchtlinge aufnehmen
--Konfliktprävention durch Kontakt- und Netzwerkarbeit mit potentiellen Opfern und Tätern eines Völkermordes
--Interkulturellen Austausch ermutigen
--Information über die Waffenproduktion und -verbreitung
--Dazu aufrufen, Militäraktionen von humanitären Einsätzen zu trennen
--Die Arbeit an der Heilung zerbrochener Gesellschaften ist zugleich eine Präventivmaßnahme. Solange Ressentiments, äußerste Armut und soziale Zerrüttung andauern, werden sie der Same für künftige Konflikte sein.
--Gemeinschaften und Gemeinden in gewaltfreier Konfliktlösung einüben
--Menschenrechtsverletzungen dokumentieren
--Entwicklung von Methoden der Kommunikation mit Leidenden in verzweifelten Situationen
--Politiker darauf hinweisen: schnelles Handeln ist nicht dasselbe wie gutes Handeln

(6.) Nicht den einfachen Parolen glauben!
--einfache Parole: „Schutzverantwortung“
--einfache Parole: „Militär als letzte Möglichkeit“
--einfache Parole: „Dilemma“
Es gibt immer MEHR als zwei Möglichkeiten! Gewaltfreie Methoden einüben, fördern, erforschen, finanzieren; werben für gewaltfreie Methoden.